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Serie Bedrohungen im Internet, Teil 4: Betrügerische Messenger-Nachrichten

Illustration eines Smartphones mit einem anonymen Chatpartner, umgeben von Geldscheinen, Kreditkarten und Dokumenten – eine visuelle Darstellung typischer Online‑Betrugsmaschen, die hilft, betrügerische Messenger‑Nachrichten erkennen und vermeiden zu können.

Das Grundprinzip dieser noch recht jungen Betrugsmasche wird im E‑Mail‑Verkehr bereits jahrelang erfolgreich angewandt. Grund genug, es auch auf Messaging‑Dienste anzuwenden. Die betrügerischen Nachrichten stammen meist von bereits gehackten Accounts von Freunden und Bekannten. Dadurch erscheint der Betrugsversuch glaubwürdiger und hat bessere Chancen, zum Empfänger vorzudringen – ein weiterer Grund, warum es so wichtig ist, betrügerische Messenger‑Nachrichten erkennen und vermeiden zu können.

Durchschnittliche Lesezeit: ca. 2 Minuten

 

Zurzeit sind diese Mauscheleien im Gange:

Verletzung der Facebook-Richtlinien

Wer gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook (Community-Standards) verstösst, wird von Facebook abgemahnt. Hacker und Hackerinnen nutzen den Trick, durch eine gezielte Falschmeldung auf eine unechte Facebook-Anmeldeseite zu verweisen. Wenn du darauf hereinfällst, ist auch dein Konto gehackt. Einziger Schönheitsfehler ist dabei nur, dass Facebook keine derartigen Benachrichtigungen über den Messenger verschickt. Bekommst du eine solche Nachricht, ignorier sie einfach.

 

Online-Romanzen

«Hallo meine Mann …» Das Angebot, eine Romanze mit einem gut aussehenden Partner einzugehen, scheint zu schön, um wahr zu sein? Das ist es auch! Sollte das Gespräch auch keine Wendung in Richtung Sextortion nehmen, wird eher früher als später dennoch das Thema Geld fallen. Geh nicht auf solche Gespräche ein und gib keine persönlichen Informationen preis. Solange du deinen Online-Flirt nicht persönlich kennengelernt hast – und das wird sie oder er tunlichst vermeiden – ist es eine gute Idee, kein Geld und keine Wertsachen abzugeben.

Das Bildmaterial, das dir dabei vielleicht zugesandt wird, stammt in der Regel von anderen Konten und wurde möglicherweise digital manipuliert.

[Weiterlesen: Serie Bedrohungen im Internet, Teil 3: Sextortion]

[Weiterlesen: Digitale Röntgenbrille – Deepnude ist mehr als ein harmloser Partygag]

 

Online-Lotterien und Kryptowährungen

Überraschende Lotteriegewinne klingen verlockend, doch im wahren Leben sind sie äusserst selten. Sei auf der Hut vor Online-Lotterien, auch wenn sie noch so verlockend erscheinen oder dir von einem vermeintlichen Freund empfohlen werden – er ist vermutlich bereits einem Betrug zum Opfer gefallen. Egal, was passiert, teile niemals Kontoinformationen oder Kreditkartendaten über Messenger-Dienste. Dieser Rat gilt auch für vermeintlich lukrative Geschäfte mit Kryptowährungen.

 

Betrügerische Spendenaufrufe oder der Enkeltrick

Das Geschäft mit der Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit ähnelt stark dem Vorgehen bei Online-Lotterien. Die Betrüger zielen darauf ab, an Kreditkarteninformationen oder Bankkontodaten zu gelangen. Zu diesem Zweck erfinden sie rührselige Geschichten und erstellen gefälschte Webseiten von Wohltätigkeitsorganisationen. Doch lass dich nicht von den rührseligen Geschichten erweichen. Selbst wenn die Nachricht noch so stark auf die Tränendrüsen drückt, ist Vorsicht geboten. Wenn du spenden möchtest, wende dich direkt an die jeweiligen Organisationen und folge keinen Links, die dir zugeschickt werden. Auch der Enkeltrick fällt in diese Kategorie.

[Weiterlesen: Cybercrime ist eine reale Bedrohung – Teil sieben, Cybersquatting – Missbrauch von Markennamen im Web]

[Weiterlesen: Könnte dich dieser KI-Betrugsanruf hereinlegen? So erkennst du ihn.]

 

Unerwartete Erbschaften

Diese Betrugsmasche ist fast so alt wie die gute alte E-Mail selbst. Dass vermeintliche Rechtsanwälte jedoch auf Instant-Messenger-Dienste zurückgreifen, ist neu. Echte Rechtsvertreter werden dich jedoch niemals über WhatsApp oder andere Messenger kontaktieren.

 

Kreditbetrug

Du erhältst einen Tipp für einen unschlagbar günstigen Kredit, möglicherweise sogar von einem Freund, der den Betrügern vor dir auf den Leim gegangen ist. Beantrage Kredite nur bei seriösen Banken, falls du einen benötigst, und klicke nicht auf dubiose Angebote.

 

Geld umsonst

Der Steuerirrtum zu deinen Gunsten ist eine weitere Variante des unverhofften Geldsegens. Häufig sind es Boni, Gutschriften oder Rückerstattungen, die einem vermeintlich zustehen. Doch Vorsicht, es gibt keine Abkürzung zum Glück. Eine einfache Krötenwanderung führt dich nicht zu diesen vermeintlichen Schätzen!

llustration eines Füllhorns, aus dem Geldscheine und Münzen strömen – ein Symbol für vermeintliche Gewinne und unerwartete Geldsegen, wie sie häufig in betrügerischen Messenger‑Nachrichten vorkommen. Die Darstellung hilft dabei, solche Täuschungsversuche besser einzuordnen und betrügerische Messenger‑Nachrichten erkennen und vermeiden zu können.
Abbildung 1 Ein vermeintlicher Geldsegen wirkt verlockend – doch genau solche Versprechen gehören zu den typischen Tricks betrügerischer Messenger‑Nachrichten. Quelle: Bing

 

Wenn du denkst, dass du Anspruch auf solche Vergünstigungen hast, kontaktiere direkt das entsprechende Amt oder die zuständige Behörde, um sicherzustellen, dass du nicht auf falsche Fährten gerätst.

 

Peinliche oder lustige Videos

«Was machst denn du da in dem Video …?»

Auch dieser Trick ist nicht gerade neu, aber noch immer erfolgreich, und ausnahmsweise geht es mal nicht um den schnöden Mammon.

Illustration rund um Online‑Videos und Social‑Media‑Inhalte: Symbole für Aufnahmen, Plattformen und Interaktionen zeigen, wie vermeintlich lustige oder kompromittierende Clips genutzt werden, um Nutzer auf gefälschte Seiten zu locken. Die Darstellung unterstützt dabei, betrügerische Messenger‑Nachrichten erkennen und vermeiden zu können.
Abbildung 2 Das vermeintlich «lustige Video» spielt gezielt mit unserer Neugier und führt zu gefälschten Anmeldeseiten – ein klassisches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, betrügerische Messenger‑Nachrichten erkennen und vermeiden zu können. Quelle: Bing

Ein Freund – auch hier wurde das Konto im Vorfeld gehackt – verschickt einen Link zu einem lustigen oder angeblich kompromittierenden Video. Diese Links verweisen auf eine unechte Website – oft YouTube oder neuerdings Facebook. Wer anschliessend der Anmeldeaufforderung nachkommt, um das Video anzusehen, gibt seine Zugangsdaten preis.

Darum gilt auch hier der Rat: Melde dich nur bei den jeweiligen Web-Dienstleistern direkt an und nicht über irgendwelche Seiten, die dir als Link zugeschickt werden.

[Weiterlesen: Mit diesen einfachen Mitteln verbesserst du deine Online-Sicherheit]

 

Schadensbegrenzung

Wenn doch einmal die Impulskontrolle versagt hat, bewahre einen kühlen Kopf. Ändere sofort die Passwörter sämtlicher betroffenen Konten. Solltest du dich nicht mehr anmelden können, wende dich direkt an den Support des jeweiligen Dienstleisters. Hast du Bank‑ oder Kreditkartendaten preisgegeben, kontaktiere unverzüglich deine Bank und berichte den Vorfall. Auch wenn es unangenehm ist: Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig es ist, betrügerische Messenger‑Nachrichten erkennen und vermeiden zu können.

[Weiterlesen: Influencer Scams – der Markenbotschafter-Betrug]

[Weiterlesen: NFT-Betrug auf Instagram]

[Weiterlesen: Betrug mit Kunst auf Instagram]

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