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Betrügerische Maschen im Netz: So gefährden sie deine Finanzen

Betrugsmaschen gibt es schon seit Jahrhunderten, aber die moderne Technologie hat es Betrügern ermöglicht, ihre Methoden weiter zu verfeinern. Vom klassischen Scheckbetrug bis hin zu betrügerischen NFT-Angeboten – Künstlerinnen und Dienstleister sollten sich wappnen, um nicht in die Falle zu tappen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die gängigsten Betrugsmaschen und wie du dich davor schützen kannst.

Durchschnittliche Lesedauer ca. 6 Minuten

 

Die Masche des Schmeichelns: Wie der Fuchs den Käse stiehlt

💬 «Ich bin Künstlerin und verkaufe meine Werke über Instagram. Kürzlich bekam ich eine Kaufanfrage aus Kanada. Der Käufer wollte einen Preis inklusive Versand, hatte aber ein auffälliges Profil: Kaum eigene Inhalte, wechselnder Nutzername und über 2000 Follower, obwohl das Konto erst sechs Tage alt war. Ausserdem bemerkte er nicht, dass eines der Bilder nur ein Puzzle meines Kunstwerks war.»

 

Jeder kennt die klassische Fabel vom Fuchs und dem Raben, die von Aesop, dem griechischen Dichter des 6. Jahrhunderts vor Christus, erzählt wurde. Der Fuchs schmeichelt dem Raben so lange, bis der Rabe den Käse fallen lässt und der Fuchs triumphierend zuschnappt. Diese Masche, um sich mit Schmeicheleien an Wertsachen zu bereichern, ist längst nicht nur in Fabeln zu finden – sie funktioniert auch heute noch.

Collage aus buntem Karton: Ein Rabe sitzt mit einem Stück Käse im Schnabel auf einem Ast, während ein Fuchs ihn beobachtet – eine bildhafte Szene, die zeigt, wie wichtig es ist, Influencer Scams erkennen zu können.
Abbildung 1 Wie der Rabe den Käse verlor – und was das mit tückischen Fallen zu tun hat. Hüte dich vor schmeichelnden Betrügern! Quelle: Bing

In der modernen Version könnte es so ablaufen: Eine vermeintliche Kunstliebhaberin meldet sich bei einem Künstler und lobt dessen Werke in den höchsten Tönen. So verlockend das klingt, sollten alle Alarmglocken läuten, wenn das Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein. Oft folgt eine vermeintlich attraktive Bezahlung und ein verlockender Auftrag, aber schnell wird klar, dass der Trick darin besteht, das Opfer in eine Falle zu locken.

 

💬 «Ich halte mich für vorsichtig genug – und trotzdem war ich geschmeichelt, dass jemand meine Hobbybilder so gut findet. Erst später wurde mir klar, dass da ein Betrüger an mir klebt.»

[Weiterlesen: Betrug mit Kunst auf Instagram]

Collage mit einem konzentriert arbeitenden Künstler, der an einem Kunstwerk sitzt. Links erscheint ein Bildschirm mit einer verlockenden Instagram‑Nachricht, die den Künstler sichtbar begeistert. Die Szene zeigt, wie wichtig es ist, Betrug mit Kunst auf Instagram erkennen zu können.
Abbildung 2 Das verlockende Angebot: Die Nachricht mit einem lukrativen Auftrag erscheint unerwartet. Quelle: Bing

Ein klassischer Vorschussbetrug geht in der Regel folgendermassen: Der vermeintliche Auftraggeber sendet einen zu hoch ausgestellten Scheck, der ungedeckt ist. Der Künstler soll einen Teil des überschüssigen Betrags zurückzahlen, aber sobald das Geld überwiesen wurde, stellt sich heraus, dass der Scheck ungültig ist und das Opfer bleibt auf den Rückzahlungen sitzen. Diese Art von Betrug ist weit verbreitet und zieht besonders Künstler und Dienstleister an, die von einer vermeintlichen Bezahlung verlockt werden.

 

Die NFT-Falle: Betrügerische Plattformen und hohe Gas Fees

Ein weiteres Beispiel für moderne Betrügermaschen ist der NFT-Betrug. Künstler werden von vermeintlichen Käuferinnen kontaktiert, die ihre Werke als NFT kaufen wollen. Zunächst klingt das alles vielversprechend – hohe Preise und schnelles Geld. Doch der Haken kommt, wenn der Künstler aufgefordert wird, das NFT auf einer bestimmten Plattform zu erstellen, auf der er hohe «Gas Fees» (Transaktionsgebühren) zahlen muss.

 

💬 «Ein Käufer bot mir an, mein Bild als NFT zu kaufen – für unglaubliche 20 Ethereum (ca. 42 000 €). Er bestand darauf, dass ich es über eine bestimmte Plattform präge, wo angeblich hohe Gebühren von 420 € anfallen. Die Seite liess sich nicht öffnen, nur ein seltsamer Link führte zu einer anderen Website. Zudem ignorierte er meinen Vorschlag eines Preisnachlasses und wollte ausschliesslich über diese Plattform kaufen. Zudem wirkten seine Profilbilder wie kostenlose Stockfotos. Ich wurde misstrauisch – ein Betrug?»

 

Die Betrüger locken mit hohen Summen und der scheinbaren Möglichkeit, schnell Geld zu verdienen, doch die Transaktionen sind gefälscht und die Plattform ist nicht sicher. Nachdem der Künstler die Gebühr bezahlt hat, geht das Geld direkt an die Betrüger, und das NFT bleibt ein Phantom. 

Gerade weil wir schon Zeit, Geld oder Emotionen investiert haben, tappen wir in die Falle des Commitment Bias – und machen weiter, obwohl wir längst hätten aussteigen sollen.

 

💬 «Ich bin auf deinen Artikel gestossen, weil ich nach Informationen über NFT-Betrug gesucht habe. Mir ist das leider passiert. Als Malerin liess ich mich von einer NFT-Sammlerin durch den Prozess führen, nachdem ich einen Maler inspirierend fand, den ich nicht persönlich kannte. Am Ende habe ich 4 000 US-Dollar verloren, obwohl mir 35 000 US-Dollar für 10 Bilder in 3 Tagen angeboten wurden – das kam mir merkwürdig vor.»

[Weiterlesen: NFT-Betrug auf Instagram]

 

Der Markenbotschafter-Betrug: Überteuerte Starterkits und falsche Versprechungen

Screenshot einer Nachricht, in der einem Influencer eine angebliche Partnerschaft mit einer Marke angeboten wird. Die Nachricht enthält typische Merkmale eines Betrugs, wie z. B. eine unerwartete Anfrage und vage Formulierungen, die auf betrügerische Absichten hinweisen.
Abbildung 3 Screenshot einer betrügerischen Nachricht, die einem Influencer angeblich eine Partnerschaft mit einer Marke anbietet. Eine klassische Masche, um ahnungslose Personen zu täuschen. Quelle: Screenshot Instagram

 

💬 «Wir suchen Models und Markenbotschafter, die sich für die Body-Positivity-Bewegung engagieren möchten. Bei Interesse sende uns bitte schnell eine Nachricht an unser Hauptkonto. Wir freuen uns, von dir zu hören!»

 

Ein weiteres Phänomen ist der sogenannte Markenbotschafter-Betrug, bei dem Betrüger sich als Vertreter einer Marke oder einer wohltätigen Organisation ausgeben und eine Partnerschaft anbieten. Doch anstatt einfach nur einen Vertrag zu unterzeichnen, müssen „Markenbotschafter“ ein teures Starterkit kaufen, das sie angeblich für ihre Arbeit benötigen.

In Wahrheit erhalten sie entweder gar nichts oder überteuerten Ramsch, der keinerlei Wert hat. Die Firmen, die hinter diesen Betrugsversuchen stecken, existieren oft gar nicht oder sind nur eine Fassade, die darauf abzielt, die Opfer zu täuschen und ihre Finanzdaten zu stehlen.

 

So erkennst du die Maschen

Es gibt mehrere Anzeichen, die sofort verdächtig erscheinen sollten. Zum Beispiel:

  • Zu gute Angebote: Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich auch.
  • Dringlichkeit und Druck: Wenn du dazu gedrängt wirst, schnell zu handeln, einem anderen Account zu schreiben oder eine spezielle Plattform zu wechseln, dann solltest du vorsichtig sein.
  • Vorauszahlungen: Wenn du aufgefordert wirst, Geld zu investieren, bevor du irgendeine Gegenleistung erhältst – sei es für ein Starterkit oder hohe Transaktionsgebühren – ist das ein klares Warnsignal.
  • Neue Accounts und Fakes: Betrüger nutzen oft neue Accounts, die nach und nach erstellt werden, um den Eindruck einer grossen Community zu erwecken. Wenn du mit einem verdächtigen Account in Kontakt trittst, der aus dem Nichts auftaucht, ist das meist ein Alarmsignal.

[Weiterlesen: Influencer Scams – der Markenbotschafter-Betrug]

 

Bleib wachsam

Die Kreativität der Betrügerinnen und Betrügeer kennt keine Grenzen. Sie passen ihre Maschen immer wieder an neue Technologien und Plattformen an, um ahnungslose Opfer zu ködern. Sei immer vorsichtig, wenn du ein Angebot bekommst, das zu gut scheint, um wahr zu sein, und vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn du Zweifel hast, recherchier die Plattform oder den Kontakt gründlich, bevor du irgendwelche Zahlungen tätigst oder persönliche Daten weitergibst.

Und erinnere dich: Wenn du etwas investieren sollst, um überhaupt eine Chance zu bekommen, etwas zu verdienen – dann ist es meistens ein Betrug.

 

Was tun, wenn man reingefallen ist?

Falls du das Opfer eines Betrugs geworden bist, bleib ruhig und handle schnell:

  • Zahlungsstopp: Wenn du mit Kreditkarte oder PayPal gezahlt hast, kontaktiere sofort deinen Zahlungsdienstleister, um eine Rückbuchung einzuleiten. Bei Überweisungen an Kryptobörsen könnte es schwieriger sein, aber frage bei der Plattform nach Sicherheitsmassnahmen.
  • Daten sichern: Ändere sofort alle Passwörter und Zugangsdaten, die du möglicherweise geteilt hast. Falls du Crypto Wallets verbunden hast, verschiebe das Geld schnell auf eine neue Wallet.
  • Betrug melden: Melde den Vorfall bei der Polizei, dem Verbraucherschutz und den Plattformbetreibern. Je mehr Menschen berichten, desto schneller können Fake-Accounts gesperrt werden.
  • Andere warnen: Mach deine Erfahrungen öffentlich, damit andere nicht in dieselbe Falle tappen. Wenn der Betrug unter dem Namen eines Unternehmens läuft, müssen diese reagieren und ihre Kanäle sichern.

Und vor allem: Sei von vornherein skeptisch bei Anfragen, die nach Geld verlangen oder unlogisch erscheinen. Wenn du betrogen wurdest, handelt schnell – stoppe Zahlungen, sichere deine Daten, melde den Betrug und warn andere.

[Weiterlesen: Serie Bedrohungen im Internet, Teil 4: Betrügerische Messenger-Nachrichten]

 

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