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Microsoft Lens: Die beste Scanner‑App für Microsoft 365 – eingestellt, jetzt in OneDrive weitergeführt

Illustration einer Person am Laptop und Smartphone, umgeben von Symbolen für digitale Werkzeuge wie Dokumentenscan, QR‑Codes, Suche, Textbearbeitung und Cloud‑Funktionen. Die Bildsprache verweist auf Microsoft Lens und zeigt, wie sich Lern‑ und Arbeitsprozesse mit modernen Microsoft‑365‑Tools unterstützen lassen.

Microsoft Lens hat sich zu einer der vielseitigsten Scanner‑Apps im Microsoft‑Ökosystem entwickelt und verbindet Smartphone‑Kamera und Microsoft‑365‑Dienste auf elegante Weise.

Durchschnittliche Lesezeit: ca. 1,5 Minuten

 

Mal ehrlich, wann hast du das letzte Mal einen klassischen Scanner benutzt. Dein Smartphone hingegen verwendest du vermutlich mehrmals täglich. Die Kamerafunktion ist so ausgereift und die Bedienung so einfach, dass wir Notizen und Dokumente längst einfach abfotografieren.

 

Scannen mit Microsoft Lens: Das Weinetikett, die Visitenkarte, der Beleg – klick, klick, klick …

Eleganter als alles nur schnell zu knipsen, sind jedoch Scanner‑Apps, die die Funktionen des Smartphones gezielt nutzen und für unterschiedliche Dokumenttypen passende Einstellungen bieten. In den App‑Stores wetteifern zahlreiche Apps um die Gunst der Nutzenden, wobei vermeintlich kostenlose Angebote oft erst durch In‑App‑Käufe ihren vollen Funktionsumfang freischalten.

Doch Vorsicht ist geboten: Immer wieder wird bösartige Software als harmlose Scanner‑App getarnt. Da solche Apps Zugriff auf Kamera, Fotos und Netzwerkdienste verlangen, können sie sensible Daten abgreifen oder sogar Schadsoftware einschleusen. Diese weitreichenden Berechtigungen eröffnen zusätzliche Einfallstore für Missbrauch. Daher ist es ratsam, auf bewährte Hersteller wie Microsoft Lens oder die «Bordmittel» deines Smartphones zurückzugreifen, um Risiken zu minimieren.

[Weiterlesen: Dein Telefon spioniert dich aus – doch anders, als du vermutlich denkst. Teil zwei: Diese Apps spionieren dich aus]

 

Microsoft Lens ist das Bindeglied zwischen digitaler und analoger Welt

Microsoft Lens braucht keine grossen Versprechen. Als eigenständige App bereits komfortabel, spielt sie ihre wahren Stärken vor allem in Kombination mit den Microsoft‑365‑Diensten aus. Die meisten davon sind im Abo erhältlich. Für unterschiedliche Einsatzzwecke bietet Lens die Aufzeichnungsmodi Whiteboard, Dokument, Visitenkarte und Foto. Der Scan kann direkt über die App erfolgen, alternativ lassen sich auch Bilder aus der Fotobibliothek deines Geräts auswählen.

Der besondere Clou: Über die Funktion «Aktionen» kannst du mit der integrierten OCR‑Technologie (Optical Character Recognition) Text aus Dokumenten direkt einlesen und weiterbearbeiten. Mit dem Plastischen Reader lassen sich diese Inhalte zudem laut vorlesen. Darüber hinaus bietet die App die Möglichkeit, ganze Tabellen zu erfassen und in XML‑Dateien umzuwandeln – eine äusserst praktische Funktion, wenn du regelmässig mit strukturierten Daten arbeitest.

Screenshot der Microsoft‑Lens‑App, die ein Whiteboard in Echtzeit erfasst. Die Smartphone‑Kamera erkennt die Inhalte automatisch und führt die Nutzenden durch den Scan‑Prozess.
Abbildung 1 – Einscannen eines Whiteboards – eine der flexibelsten Funktionen von Microsoft Lens.
Ergebnis eines Whiteboard‑Scans in Microsoft Lens: Die digitalisierte Ansicht zeigt klar lesbare Notizen und Zeichnungen, automatisch begradigt und bereinigt.
Abbildung 2 – Das Ergebnis. Die von Microsoft Lens optimierte Whiteboard‑Ansicht: Der Scan wird automatisch begradigt, bereinigt und in eine klar lesbare digitale Version umgewandelt.
Screenshot der Microsoft‑Lens‑App beim Scannen einer Tabelle. Die Smartphone‑Kamera erfasst die Struktur automatisch und bereitet den Scan für die digitale Weiterverarbeitung vor.
Abbildung 3 – Einscannen einer Tabelle. Microsoft Lens erkennt Tabellen automatisch und erfasst sie strukturiert, sodass sie sich später digital weiterverarbeiten lassen.

Auch für die Nachbearbeitung bietet die App ausreichend Funktionen: Filter für unterschiedliche Dokumenttypen, Dreh‑ und Zuschneideoptionen sowie die Möglichkeit, Text oder Freihandformen hinzuzufügen. Trotz dieser Vielfalt wirkt die Oberfläche nicht überladen.

creenshot der iOS‑Version von Microsoft Lens, der die verschiedenen Optionen zum Export eines gescannten Dokuments zeigt.
Abbildung 4 – Möglichkeiten des Dokumenten‑Exports. Microsoft Lens bietet verschiedene Exportoptionen, darunter Word, PowerPoint sowie die direkte Ablage in OneDrive, OneNote oder anderen Microsoft‑365‑Diensten.

Wird die App mit einem OneDrive‑Konto verknüpft, können Scans direkt in OneNote oder als Word‑ und PowerPoint‑Dateien gespeichert werden. Dank der integrierten OCR‑Funktion lassen sich Dokumente zudem als bearbeitbarer Text oder – im Fall von Visitenkarten – im vCard‑Format ablegen. Zusätzlich wird immer auch die Bilddatei gespeichert, sodass sich mögliche Fehler der automatischen Texterkennung später problemlos korrigieren lassen.

Screenshot, der zeigt, wie eine gescannte Visitenkarte aus Microsoft Lens direkt in der OneNote‑App gespeichert wird.
Abbildung 5 – Abspeichern in OneNote. Microsoft Lens ermöglicht das direkte Speichern gescannter Dokumente in OneNote, sodass Inhalte sofort in den eigenen Notizbüchern weiterverwendet werden können.
Screenshot, der zeigt, wie eine aus Microsoft Lens importierte Visitenkarte in Outlook geöffnet und weiterbearbeitet wird.
Abbildung 6 – vCard‑Import und Bearbeitung in Outlook. Microsoft Lens exportiert Visitenkarten im vCard‑Format, sodass sie in Outlook direkt importiert und weiterbearbeitet werden können.

Kleine Schwächen in der Praxis – behoben. App – eingestellt.

Kaum waren die letzten Kinderkrankheiten beseitigt, kündigte Microsoft die Einstellung von Lens an – ein unerwarteter Abschied für eine App, die gerade erst richtig rund lief.

Besonders bitter wirkt das vor dem Hintergrund ihres Erfolgs: Über 50 Millionen Downloads im Play Store und eine Bewertung von 4,7 Sternen zeigen, wie gut Microsoft Lens bei den Nutzern ankam.

Die früheren Schwächen im Umgang mit mehreren OneDrive‑Konten waren inzwischen behoben, was die Nutzung deutlich flexibler machte. Dennoch wird die App ab Anfang 2026 schrittweise deaktiviert: Der Support endet am 9. Februar, die Scan‑Funktion am 9. März. Danach lassen sich nur noch frühere Scans abrufen – und auch das nur mit dem zuletzt verwendeten Microsoft‑Konto.

Vollständig verschwindet die Funktionalität jedoch nicht: Microsoft verlagert das Scannen künftig in die OneDrive‑App, wo sich Dokumente über das Plus‑Symbol weiterhin digitalisieren lassen, wenn auch direkt in der Cloud statt lokal auf dem Gerät.

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