Wusstest du, dass der Begriff «SPAM» bereits im Zweiten Weltkrieg geprägt wurde? Entdecke, was Konservendosen und Wikinger mit diesem Wort zu tun haben und wie es seinen Weg in die digitale Welt gefunden hat. Mit von der Partie sind eine britische Komikertruppe und die frühen Tage der textbasierten Internet-Computerspiele.
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SPAM war schon vorher da
SPAM steht für SPiced hAM, also gewürzter Schinken. Als Markenname für Dosenfleisch entstand SPAM bereits 1936, und während des Zweiten Weltkriegs war die nahrhafte Konserve in Grossbritannien – neben Winston Churchill – eine der wenigen Konstanten. Auch wenn es nichts mehr in den Läden gab, SPAM war so gut wie immer da.
Der legendäre SPAM-Sketch

In der Comedyshow «Monty Python’s Flying Circus», die die BBC von 1969 bis 1974 ausstrahlte, wurde am 15. Dezember 1970 das erste Mal der denkwürdige Spam-Sketch ausgestrahlt, der die Bedeutung des Wortes in seiner heutigen Bedeutung prägen sollte. Die Mitglieder der Komikergruppe Monty Python («Die Ritter der Kokosnuss», «Das Leben des Brian») hatten wohl selbst zu viel dem Spam gefrönt und benutzten in ihrer Darbietung das Wort Spam insgesamt 132 Mal.
In diesem Sketch, der in einem traditionellen Imbiss spielt, stehen auf der Speisekarte fast ausschliesslich Gerichte mit Spam. Dabei enthalten die Speisen, die weiter unten stehen, immer mehr Spam. An einem Nachbartisch stimmt eine Horde Wikinger in unregelmässigen Abständen immer wieder ein Loblied auf Spam an, was eine Unterhaltung im Lokal unmöglich macht. Der Spam greift schliesslich auch auf die gesamte Folge über, immer wieder schleicht sich das Wort Spam auch in die folgenden Sketche ein und gipfelt schliesslich im Abspann der Episode, der fast nur noch aus Spam besteht. Es werden zwar noch weitere Lebensmittel erwähnt (z. B. Mixed Grill); dennoch, was die Verwendung des Wortes «Spam» angeht, war danach nichts mehr wie zuvor.
Schnellvorlauf in die 80er-Jahre: Monty Python’s Flying Circus genoss bereits Kultstatus, als der Begriff Spam von Computerspielern und -spielerinnen dafür verwendet wurde, um unpassende Nachrichten, die das Text-Interface des Onlinespiels in Beschlag nahmen, zu bezeichnen.
Auch im Usenet fand der Begriff Eingang für das Überschwemmen der Newsgroup-Artikel mit sich wiederholenden Werbebeiträgen. Generell wird der Begriff «spammen» verwendet, wenn es um unnötige, übermässige und oft ungewollte (Werbe-)Botschaften geht. Meistens wird die Bezeichnung jedoch für E-Mails verwendet. Die erste E-Mail, die in diese Kategorie fällt, ist vermutlich von der Firma DEC am 3. Mai 1978 mit einem Werbeinhalt verschickt worden. Als sich Ende der 80er-Jahre die E-Mail als elektronisches Nachrichtensystem etablierte und eine breite Empfängerschicht erreichbar wurde, öffnete dies dem Spam Tür und Tor. Die Spam-E-Mail ist Spam noch immer Spam der häufigste Spam Spam Spam.
1996 brachte Jim Henson Productions den Film Muppet Treasure Island heraus, der einen neuen Charakter namens «Spa’am» einführte – einen Hohepriester von Wildschweinen. Hormel Foods, der Hersteller von SPAM, verklagte Henson, weil sie befürchteten, dass die humorvolle Anspielung auf ihre Marke deren Ruf schädigen könnte. Hormel argumentierte, dass der Name «Spa’am» ihr Markenzeichen verwässern und das Image ihres Produkts beeinträchtigen würde. Das Gericht entschied jedoch zugunsten von Henson und stellte fest, dass die Muppets für ihre Parodien bekannt sind und es unwahrscheinlich sei, dass Verbraucher eine Verbindung zwischen SPAM und Spa’am herstellen würden. Zudem sei der Charakter eher komisch und positiv dargestellt und somit keine Bedrohung für Hormels Marke.
Wege aus dem SPAM
Der Kampf dem Spam läuft mittlerweile auf technisch hohem Niveau – sowohl seitens der Spammer als auch derer, die den Spams bekämpfen. Dennoch quillt die Inbox noch immer regelmässig über. Der einfachste Weg, um die Spamflut einzudämmen, ist folgender: Die ungeliebte E-Mail markieren und in den Spam- oder Junk-Ordner verschieben. Die E-Mail-Programme sind mittlerweile so schlau, dass sie sich das merken und im weiteren Verlauf ähnliche E-Mails automatisch in den Spam-Ordner verschieben. Dieser sollte hin und wieder darauf überprüft werden, ob sich nicht doch eine erwünschte Nachricht dorthin verirrt hat.
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Ein leidiges Thema. Vielleicht ist es das Beste, sich in solchen Fällen eine Spam-Devotionalie anzuziehen – denn die Firma hinter Spam und das Produkt existieren noch heute, und dieses erfreut sich einer grossen Fangemeinde – und das Loblied auf Spam anzustimmen:
Spam, Spam, Spam, lovely Spam
Wonderful Spam, Lovely Spam.
Spam, Spam, Spam, magnificent Spam,
Superlative Spam.
Spam, Spam, Spam, wonderous Spam,
Surgical Spam, splendiferous Spam.
Spam, Spam, Spam, Spaaam!
Achtung: Dieser Text enthält das Wort Spam 59 Mal!